21. Selbsttäuschung: Scheinheiligkeit oder mangelnde Selbstbeherrschung?

21. Selbsttäuschung: Scheinheiligkeit oder mangelnde Selbstbeherrschung? (“Self-deception: Hypocrisy oder Akrasia?” by E. Yudkowsky)

Was sollen wir von jemanden halten, der zwar behauptet, dass er auf der Suche nach der Wahrheit ist, dessen kognitive Taten jedoch offenbaren, dass er komfortable Illusionen der harten Wirklichkeit bevorzugt?

Ist es ein Scheinheiliger, ein “moralischer Lügner”, der behauptet moralische Ansichten zu hegen, an die er in Wirklichkeit nicht glaubt?

Oder ist er nur von mangelnder Selbstbeherrschung (Akrasie) geplagt? Wenn ich mir vornehme 3 mal die Woche trainieren zu gehen, es dann aber nicht tue, ist dies wohl ein Fall von Akrasie und nicht auf Scheinheiligkeit zurückzuführen.

Scheinheiligen ist Wahrheit egal. Akratikern ist Wahrheit wichtig, sie haben nur nicht genügend Willenskraft.

Konstituieren die gezeigten Präferenzen und tatsächlichen Verhaltensweisen das “wahre Selbst”? Oder zeigen die bewussten Ansichten unseres “idealen Selbst” wer wir wirklich sind?

 

 

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