158. Adaptation-Executers, Not Fitness-Maximizers

158. Adaptation-Executers, Not Fitness-Maximizers

Individuelle Organismen führen Adaptionen aus, sie maximieren nicht ihre Fitness.

– John Tooby und Leda Cosmides, The Psychological Foundations of Culture. (bisschen umschrieben)

Lerne diesen Satz auswendig.

Denn oft wird die evolutionäre Psychologie kritisiert, da ja Menschen nicht versuchen ihre Gene zu maximieren (Denke an Pille, Cookies, Pornos, etc.). Ja, das behauptet auch (fast) niemand.

Es gab keinen allwissenden Geist der natürlichen Auslese, der herumlief und Organismen mit dem perfekten Wissen und den passenden Trieben und Emotionen austattete, ihre Gene maximal zu verbreiten.

Evolution ist dumm, und vor allem kann sie nicht in die Zukunft sehen. Sie bedeutet vielmehr, dass sich diejenigen Gene vermehren, die ihre Trägerorganismen gerade so beeinflussen, dass diese Gene häufiger werden. Und da Gene nicht besonders schlau sind, entwickeln sich dann Adaptionen in Organismen, die zu der gegenwärtigen Zeit die Häufigkeit dieser Gene vergrößern. So entwickelte sich z.B. bei unseren Vorfahren der gute Geschmack kalorienreicher Nahrung, da früher oft Kalorienmangel herrschte, oder der Wunsch nach Sex, da früher, vor Erfindung der Pille und Pornos, Sex meist zu Nachwuchs führte.

Besser ist es also zu sagen: “Heutige Menschen zeigen diejenigen Verhaltensweisen, die zu der Zeit unserer Vorfahren (die Umwelt der evolutionären Angepasstheit) ihre Gene propagiert hätten, auch wenn dies nun nicht mehr der Fall ist.”

Aber selbst das ist irreführend, denn auch früher dachten unsere Vorfahren z.B. beim Sex nicht daran ihre Gene zu verbreiten, sie fanden ihren Partner einfach geil, ohne Hintergedanken. Warum waren unsere Vorfahren so begeistert von Sex? Weil diejenigen, die an Sex überhaupt keinen Gefallen fanden, sich nicht vermehrt haben, und somit nicht ihre Gene vermehrt haben.

Das ist alles. Deshalb steht geschrieben:

Organismen sind Adaptionen-Ausfüher, keine Fitness-Maximierer.

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