282. Wrong Questions, 283. Righting a Wrong Question

282. Wrong Questions

Was kennzeichnet eine “falsche” Frage? Wenn du dir nicht mal konkret vorstellen kannst, wie eine vollständige Antwort auf diese Frage aussehen könnte.

Wenn die Beantwortung einer Frage unmöglich erscheint, ist das ein Indiz dafür, dass dein Verstand verwirrt ist, i.e. dass dein Verstand implizit von Kategorien oder Prinzipien ausgeht, die so in der Wirklichkeit gar nicht vorkommen (oder gar vorkommen können, z.B. weil sie den fundamentalen Naturgesetzen widersprechen würden).

Yudkowsky geht auch davon aus, dass die Frage “Warum existiert überhaupt irgendetwas, und nicht vielmehr nichts?” genau so eine “falsche” Frage ist, die wir uns nur aufgrund irgendeines, uns massiv verwirrenden, kognitiven Algorithmus stellen. Wenn wir erstmal verstehen, warum und wie diese Verwirrung entstanden ist, verliert die Frage ihre mysteriöse Natur.

283. Righting a Wrong Question

Wie geht man also mit Fragen um, die möglicherweise “falsch” sind?

Man fügt einfach die Klausel “Warum denke ich, dass…” hinzu.

Vergleichen wir die Fragen:

1. Warum haben Menschen freien Willen?

2. Warum glaube ich, dass Menschen freien Willen haben?

Der Vorteil der 2.Frage ist, dass sie auf jeden Fall beantwortbar ist, selbst wenn freier Wille gar nicht existiert, oder ein vollkommen inkonsistentes Konzept ist.

Man könnte diese Methode auch auf andere Fragen anwenden, wie z.B. :

Warum glaube ich, dass ich bewusst bin? Warum glaube ich, dass dort eine Wasserpfütze in der Wüste ist? Warum glaube ich, dass ich schwarze Socken anhabe?

Und wenn du wirklich verwirrt bist, und die Frage “falsch” ist, wird dir diese Methode dabei helfen, dies herauszufinden, in dem du die kausale Kette soweit zurück verfolgst, bis du auf den kognitiven Algorithmus stößt, der die Ursache deiner Verwirrung ist.

Was könnte also die Ursache dafür sein, dass die Existenz des freien Willens (auf den ersten Blick) so intuitiv einleuchtend erscheint?

 

 

 

 

 

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